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Memminger Zeitung (29.11.2016)

Quelle: Memminger Zeitung, Nr. 276, S. 30 vom 29.11.2016

von Samia Siebenrok-Safangy

Hilfe für eine südbayerische Rarität

Naturschutz, Förderprojekt "Löffelkraut & Co." nach fünf jahren beendet. Abschlussfeier in Ollarzried

Ollarzried "Die Natur zerstören ist billig, sie wieder herstellen ist teuer": das betonte ...

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BNachrichten 2015

Quelle: BNachrichten 2015 Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu

Redaktion: R. Krieg, H. Scharpf, R. Stenke (Auflage 3.000)

von P. Harsch

5 Jahre "Löffelkraut & Co.": Es ist noch viel zu tun

Auch in diesem Jahr legten wir einen Arbeitsschwerpunkt auf pflegeriosche Maßnahmen an den jeweiligen Wuchsorten. Zusammen mit ...

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StMUV Bayern (Juli 2014): Biodiversitätsprogramm Bayern 2030

Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für umwelt und Verbraucherschutz

NaturVielfaltBayern

Biodiversitätsprogramm Bayern 2030

Auszug: 3.3 Bayerns Verantwortungsarten (s.S. 40 f)

Einige Pflanzen und Tierarten kommen weltweit ausschließlich oder fast ausschließlich in Bayern vor. Bei vielen dieser Arten ...

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Memminger Zeitung & Allgäuer Zeitung (01.08.2014)

Quelle: Memminger Zeitung, Nummer 175 (Allgäuer Rundschau)

von Verena Kaulfersch

Rettung eines "Urbayern"

Projekt "Löffelkraut & Co." ausgezeichnet

Benningen  Ein alteingesessener Bayer soll sich in seiner Heimat weiterhin wohl fühlen - und zum Glücklichsein braucht der grüne Ureinwohner vor allem eins: ...

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Memminger Zeitung (09.04.2014)

Quelle: Memminger Zeitung, Nummer 83, S. 25 (Memmingen-Unterallgäu)

von Sabrina Müller

Von Alpenstrudelwürmern und Quellmilben

Ausstellung "Faszination Quelle" im Benninger Riedmuseum gewährt Einblicke in die Artenvielfalt.

Benningen  Ein Alpenstrudelwurm ist 1,5 Zentimeter lang. Die Libellenart "Quelljungfer" bringt es auf sieben Zentimeter, während die Quellschnecke ...

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Augsburger Allgemeine & Memminger Zeitung (27.12.2013)

Memminger Zeitung, Nummer 298, S. 15 (Bayern)

Hilfspaket für das Löffelkraut

Artenschutz: Die Pflanze kommt weltweit nur im Voralpenland vor und ist stark gefährdet. Deshalb wird sie jetzt durch das neue Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" gefördert.

VON DOROTHEA SCHUSTER

Augsburg: Eine im Verborgenen wachsende Pflanze hat es als erste in das neue Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" geschafft: das Bayerische Löffelkraut. Es ist ein sogenannter Endemit Das heißt, die Pflanze existiert weltweit nur hier. Bekannt ist das große Vorkommen unweit der Gastwirtschaft von Katzbrui (Apfeltrach/Unterallgäu). Die Population mit 70 000 Exemplaren wurde 1984 erstmals beschrieben, sagt der Biologe German Weber vom Bund Naturschutz (BN), der sich seit Jahren um den Endemiten kümmert. Derzeit sind in Bayern 22 Vorkommen bekannt - 14 Wuchsorte sind in Schwaben: im Unter- und im Ostallgäu. Ein größeres Vorkommen mit mehr als 10000 Exemplaren liegt im Stadtgebiet von Kaufbeuren. Weitere acht Fundstellen gibt es in Oberbayern.

Das Problem des Löffelkrauts ist, wie bei vielen anderen Arten, der Verlust des Lebensraums. Der Endemit wächst in naturnahen Kalktuffquellen. In der von der Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft des Voralpenlandes wurden sie immer mehr zurückgedrängt oder versiegten. Außerdem ist das Wasser zunehmend durch Nähr- und Schadstoffeinträge beeinträchtigt. Das Löffelkraut stellt besondere Ansprüche an seinen Lebensraum. Es reagiert empfindlich auf eine Veränderung der Strömungsgeschwindigkeit. Das passiert, wenn ein Baum im Wasser liegt. Wo Moospolster sind, gedeiht der Endemit am besten.
Passen müssen auch die Lichtverhältnisse im Umfeld des Quellbachs: Es darf nicht zu hell und nicht zu schattig sein, sagt Schwabens Projektmanager Peter Harsch. Hilfreich ist dem Löffelkraut seine besondere Taktik: Es hält keine Winterruhe, sondern betreibt ganzjährig Fotosynthese - und das bei Temperaturen bis minus 1 Grad. So hat es im Frühjahr einen Vorsprung und kann zeitig mit der Blüte beginnen, bevor die typischen Laubbäume am Wasser austreiben und Schatten geben. Bereits seit Jahren kümmern sich rund 20 ehrenamtliche Betreuer im Auftrag des BN um die Pflanze. Sie entdeckten auch neue Wuchsorte. Trotzdem ist der Rückgang alarmierend. Im Allgäu sind in den letzten 15 Jahren 25 kleinere Vorkommen erloschen, sagt Harsch. In Oberbayern sind es 30. Viele Populationen schrumpften rasend schnell von 1000 Exemplaren auf 200 oder 10. Doch um überleben zu können, bedarf es mindestens 100 der weiß blühenden Pflanzen. "Davon haben wir nur wenige." Wenn es weg ist, ist es definitiv. Denn es gibt kein Samenpotenzial zur Vermehrung.

Dank der fmanziellen Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz wurde das Artenschutzprojekt "Löffelkraut & Co." jetzt auf landesweite Beine gestellt. Neben Harsch kümmert sich Gabriela Schneider in Oberbayern hauptamtlich um das Biodiversitätsprojekt. Die beiden koordinieren die Pflegemaßnahmen an den Quellen. Fichten, die zu viel Schatten spenden, werden entfernt und Konkurrenzpflanzen gemäht. Außerdem koordinieren sie die ehrenamtlichen Betreuer des Löffelkrauts. 670000 Euro haben sie bis 2016 zur Verfügung. 70 Prozent stammen aus dem Bundesprogramm, 20 Prozent aus dem Bayerischen Naturschutzfonds, 10 Prozent steuert der BN bei.

Über die Hälfte des Geldes fließt in Pflegemaßnahmen und Flächenkauf, sagt Harsch. "Löffelkraut & Co." -wie der Name schon sagt: Es geht nicht nur um diese eine Art, sondern um die genetische Vielfalt in dem Lebensraum drum herum. Geht es dem Löffelkraut gut, profitieren andere Arten ebenfalls von den Biotopverbesserungen. Das gilt auch für andere Endemiten: die Bayerische Quellschnecke etwa und den Gold-Hahnenfuß. Er hat im Allgäu sein weltweit einziges Vorkommen - und dieses wird von den ausufernden Maisäckern umzingelt.

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ANLiegen Natur Heft 35/1 2013: Seite 77-80

Biodiversitätsoprojekt "Löffelkraut & Co"

Das Biodiversitätsprojekt „Löffelkraut & Co.“ des Bund Naturschutz in Bayern e.V. dient dem Erhalt und der Förderung des Bayerischen Löffelkrauts und weiterer weltweit seltener Arten. Das wichtigste Ziel dieses im Rahmen des Bundesförderprogramms Biologische Vielfalt finanzierten Projektes ist es, für die Wuchsorte besonders seltener Arten in Schwaben und Oberbayern ein Betreuuernetzwerk aufzubauen. Erste Projektergebnisse werden umrissen und die Kontaktmöglichkeiten genannt. ...

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Memminger-Zeitung (10.11.2012)

Zum Schutz des Löffelkrauts

Auftakt: Projekt für gefährdete Pflanzenart in Ollarzried gestartet

Memminger-Zeitung vom 10.11.2012, Nr. 260, Seite 32

von Brigitte Unglert-Meyer

Bei der Auftaktveranstaltung für das Projekt "Löffelkraut & Co" im Ottobeurer Ortsteil Ollarzried stand eine eher unscheinbare, aber weltweit nur in Bayern vorkommende  Pflanze im Mittelpunkt: eben das Löffelkraut. Etwas 50 Vertreter aus ...

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Allgäuer Zeitung (06.09.2012)

Allgäuer Zeitung

Ostallgäu; Nr. 206, S. 32, Donnerstag, 06.092012

Alles fürs Löffelkraut

Marktrat: Neugestaltung der Reverdysquelle zugestimmt

Obergünzburg. Nur vierzehn Stand-orte des seltenen und geschützten Bayerischen Löffelkrauts gibt es in Schwaben. Das Projekt „Löffelkraut und Co.“ des Bundesamts für Naturschutz will die gefährdeten Pflanzen und ihre naturnahen Lebensräume erhalten und fördern. Fünf Wuchsgebiete finden sich im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Obergünzburg, eines davon südwestlich von Liebenthann. Das erläuterte Projektbetreuer Peter Harsch in der jüngsten Sitzung des Obergünzburger Marktrats, wo der Biologe ein Gestaltungskonzept für diesen Standort vorstellte.

„Es geht um unsere altehrwürdige Reverdysquelle mit dem anschließenden Bachverlauf in die Günz hinein und in Verbindung mit dem Löffelkraut“, so Bürgermeister Lars Leveringhaus. Wie Harsch berichtete, wurden an dem Quellbach südlich der Schlossmühle Liebenthann bereits einige Maßnahmen zur ökologischen Ufergestaltung verwirklicht. Grundstückseigentümer, zuständige Ämter und interessierte Organisationen seien „schon im Boot“.

An einem kleinen Weiher wurden Thujas gefällt. Der Fichtenbestand entlang des Reverdysbachs soll für das Löffelkraut aufgelichtet, der Durchgangskanal unter dem Wanderweg vergrößert werden, um Fischen dort mehr Durchgängigkeit zu schaffen. Für das größere Rohr soll die Marktgemeinde Kosten und Unterhalt übernehmen.

Aus der Reverdysquelle selbst fließt derzeit kein Wasser. Vermutlich sei ein Rohr verkalkt und müsse ausgetauscht werden, so Harsch. Der Hauptweg zur Quelle werde gerichtet, ein Schild neu gestaltet, Holzdielen, die derzeit die kleinen Wasserläufe queren, durch Nagelfluhsteine ersetzt. Auch neue Sitz-bänke werden gestiftet.

Aktive Senioren helfen der Gemeinde Geld zu sparen.

Mit 2500 bis 3000 Euro bezifferte Leveringhaus die voraussichtlichen Kosten für die Gemeinde: „Denn die Aktiven Senioren unter Leitung von Peter Zschocke haben sich bereit erklärt, die Arbeit zu übernehmen.“ Einmütig stimmte der Marktrat den Gestaltungsmaßnahmen zu und stellte die Mittel zur Verfügung. Außerdem bedankten sich die Räte „ganz herzlich“ für das ehrenamtliche Engagement. (mha)

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Natur+Umwelt BN-Magazin (Heft 2 2012, 94 Jahrgang, Seite 20)

Ein echter Bayer braucht Schutz

Natur+Umwelt (Heft 2-2012, 94. Jahrgang, Seite 20)
von Heidi Tiefenthaler

Das Bayerische Löffelkraut ist ein Endemit. Es wächst nirgendwo sonst auf der Welt – nur in Oberbayern und Schwaben. Mit einem neuen Biodiversitätsprojekt sorgt der BN jetzt dafür, dass es eine sichere  Zukunft bei uns hat.

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Allgäuer Zeitung (14.03.2012)

Allgäuer Zeitung

Haldenwang (cis) | 14.03.2012

Bedrohte Art bei Haldenwang entdeckt – Naturschützer wollen Bestand retten

„Zwei Minuten vor zwölf“ fürs Löffelkraut

Eine seltene Pflanze mit weltweiter Bedeutung haben Naturschützer in Seebach (Gemeinde Haldenwang) ausfindig gemacht: das Bayerische Löffelkraut. „Im Oberallgäu wächst es ausschließlich an diesem Bachlauf“, so Diplom-Biologe Peter Harsch.

Der Projektbetreuer vom Bund Naturschutz (BN) schlug jetzt im Gemeinderat Alarm: Für die bereits schwindende Population sei es "zwei Minuten vor zwölf". Mit Hilfe der Gemeinde soll die Pflanze nun an weiteren Standorten bei Seebach angesiedelt werden.

Beim Bayerischen Löffelkraut handelt es sich um eine eher unscheinbare Pflanze, die vorwiegend im Mai und Juni weiß blüht. Sie zählt zu den 50 Arten, die nur in Bayern zu finden sind. Das Löffelkraut braucht kalkreiche Quellbäche, nährstoffarmes Wasser und eine gleichmäßige Wasserführung. Was die Pflanze nicht mag, ist zu viel Schatten.

Deshalb wollen die Naturschützer entlang der Bachläufe im Seebacher Bruchwald zunächst das Gehölz auslichten. Anschließend sollen dort Samen und Jungpflanzen ausgebracht werden. Ideal ist laut Harsch auch der Schilfgürtel am Seebacher Weiher. Zudem will man Betreuer finden, die die Wuchsorte künftig regelmäßig kontrollieren.

 „Wir sehen es als unsere verpflichtende Aufgabe, den verbliebenen Bestand zu retten und auszuweiten“, erklärte Bürgermeister Anton Klotz. Freilich gehöre der Seebacher Bruchwald rund 20 Eigentümern. Man habe jedoch bereits Gespräche geführt, „und es scheint so, dass alle bereit wären, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, um die Neuansiedlung des Löffelkrautes möglich zu machen.“

Die landwirtschaftliche Nutzung werde durch die Aktion nicht beeinträchtigt. Die Pflegemaßnahmen können laut Harsch über das „Biodiversitäts“-Programm des BN laufen. Sein Ziel ist es, streng geschützte und bedrohte heimische Arten dauerhaft zu sichern.

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Allgäuer Zeitung (14.05.2010)

Nummer 109, S. 28

Streu aus der Feuchtwiese für den Stall

Landschaftspflegeverband: Projekte zum Schutz des Bayerischen Löffelkrauts -"Moorgaukler" wirbt für Ureinwohner

... " Träger des Projekt "Bayerisches Löffelkraut" sind die Kreisgruppen Ost- und Unterallgäu im Bund naturschutz in Bayern. Es wird von der Regierung von Schwaben finanziert und hat sehr viele Kooperationspartner. Peter Harsch stellte das Projekt anhand vieler Fotos über die vier wichtigen Voraussetzungen vor, die das Löffelkraut zum Überleben braucht. Denn als sogenannter Endemit kommt es weltweit nur in bayern vor. Es sind noch 13 Wuchsgebiete mit 82 Teilpopulationen bekannt." ...(sem)

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Memminger Zeitung (15.12.2009)

Nummer 289, S. 26

Blickpunkte

"Löffelkraut & Co": Projekt wird vorgestellt

Das Biodiversitätsprojekt (BDP) „Löffelkraut & Co“ zum Erhalt und zur Förderung des bayerischen Löffelkrauts und weiterer seltener Arten der südlichen Riedellandschaft der Iller-Lech-Schotterplatten startet am heutigen Dienstag, 15. Dezember, um 15.30 Uhr in der Katzbrui-Mühle bei Köngetried. Das Projekt umfasst die Landkreise Unterallgäu und Ostallgäu sowie die kreisfreie Stadt Kaufbeuren und ist eines der BDP-Schwerpunktprojekte im Regierungsbezirk Schwaben. Vorrangiges Ziel des Projekts ist es, die überregional bedeutsamen Wuchssorten des Löffelkrautes dauerhaft und nachhaltig zu sichern und zu entwickeln. Träger ist der Bund Naturschutz Bayern, Kreisgruppe Memmingen/Unterallgäu. (mz)

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Augsburger Allgemeine & Memminger Zeitung (14.12.2009)

Memminger Zeitung, Nummer 288, S. 6 (Bayern)

Überlebensstrategie für das Löffelkraut

Artenvielfalt Die Pflanze wächst weltweit nur hier und zählt zu den 50 Endemiten in Bayern. Eines von zehn geplanten schwäbischen Biodiversitäts-Projekten startet jetzt.

VON DOROTHEA SCHUSTER

Katzbrui/ Augsburg: Es ist eine eher unscheinbare Pflanze. Aber sie ist von weltweiter Bedeutung. Das Bayerische Löffelkraut zählt zu den 50 Endemiten in Bayern. Also zu den Arten, die nur hier zu finden sind. Eine neue Initiative zum Schutz des Löffelkrauts ist eines von zehn geplanten Biodiversitäts-Schwerpunktprojekten in Schwaben und Teil der Umsetzung der bayerischen Strategie zum Erhalt der Artenvielfalt. „Wir haben für diese Art die weltweite Verantwortung“, sagt der Memminger Biologe German Weber, der Initiator des Projekts „Löffelkraut & Co“, das am Dienstag offiziell an den Start geht.
Das Löffelkraut ist wissenschaftlich bestens untersucht, sagt Günter Riegel von der Naturschutzabteilung der Regierung von Schwaben. Es wurde sogar eine Doktorarbeit darüber geschrieben. Deshalb wissen die Fachleute genau Bescheid über die Biologie, was die Pflanze braucht und was sie in ihrem Bestand beeinträchtigt.
Das Löffelkraut braucht intakte kalkreiche Quellbäche, nährstoffarmes Wasser, eine gleichmäßige Wasserführung. Was die Pflanze nicht mag, ist zu viel Schatten. Gelangen zu viel Nährstoffe ins Wasser, hat sie ein großes Problem: Arten wie Wasserdost oder Rossminze werden zur Konkurrenz und verdrängen den Endemiten. Im Idealfall kann das Löffelkraut wie ein Teppich wuchern. Doch das ist heute die Ausnahme.
Die größte Population gibt es in Katzbrui (Unterallgäu) unweit der beliebten Ausflugsgaststätte. Dort wurde das Löffelkraut 1950 auch erstmals beschrieben. Infotafeln weisen auf die botanische Besonderheit hin. Kleinere Vorkommen finden sich zwischen Kaufbeuren und Ottobeuren. Jetzt soll ein Betreuernetz für die versprengten Flächen aufgebaut werden, sagt Riegel. Gesucht werden ehrenamtlich Naturfreunde, die regelmäßig "ihr" Löffelkraut besuchen und auch das Monitoring übernehmen. Sie haben den Wasserhaushalt ständig im Auge: Wenn etwas schief läuft, Müll in der Quelle liegt, kann schnell gegengesteuert werden. Für den Biologen Riegel hat dieses Artenschutz-Projekt Modellcharakter. Denn es sind viele kleine Einzelflächen mitten in der Landschaft. Das macht die Arbeit auch komplizierter als in einem kompakten Naturschutzgebiet.
Träger des Projekts „Löffelkraut & Co“, das zu 90 Prozent vom Staat gefördert wird, ist der Bund Naturschutz Memmingen/Unterallgäu, unterstützt von zahlreichen Partnern. Professionell koordiniert wird es von dem Biologen Peter Harsch, der über einen Werkvertrag beschäftigt ist. Er wird auch die Verhandlungen mit den zahlreichen Grundstückseigentümern führen. Auf einer ein bis zwei Hektar großen Fläche können es bis zu zehn sein, sagt Riegel.
Die Hilfsmaßnahmen für das Löffelkraut sind vielfältig: Es muss entbuscht werden, dunkle Fichtenbestände im Quellbereich in lichte Erlenfeuchtwälder umgebaut werden. Es sollten Pufferstreifen am Gewässer angelegt werden, zum Schutz vor Nährstoffeinträgen etwa aus der Landwirtschaft. Und wo es möglich ist, sollten Quellfassungen zurückgebaut werden. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Biotopvernetzung. Nur so kann zwischen den kleinen Populationen ein genetischer Austausch stattfinden.
Von der Investition in den Lebensraum des Löffelkrauts profitieren auch viele andere Arten. Am Herzen liegt Weber der Geschnäbelte Goldhahnenfuß. Aber auch typische Libellen der Kalkquellmoore wie der Kleine Blaupfeil oder die Gestreifte Quelljungfer, sagt Alois Liegl von der Naturschutzabteilung der Regierung von Schwaben. Und Riegel ergänzt: Der Verlust der Artenvielfalt ist nicht nur ein Thema des Re-genwaldes. Auch bei uns vor Ort fmdet er statt. Das sollen Projekte wie "Löffelkraut & Co" den Menschen bewusst machen.

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Memminger Zeitung (19.11.2009)

Nummer 267, S. 32

Einsatz für Erhalt des Löffelkrauts

Bund Naturschutz Kreisgruppe übernimmt Trägerschaft für Projekt

Sontheim |ey| ...

Auch ein neues landkreisübergreifendes Projekt wurde auf den Weg gebracht. Die Kreisgruppe habe die Trägerschaft für das Projekt "Bayerisches Löffelkraut & Co" übernommen. Nach Angaben von Biologe German Weber steht dabei der Erhalt des Löffelkrauts und weiterer Endemiten (Pflanzen und Tiere, die nur in einer bestimmten, räumlich abgegrenzten Umgebung vorkommen) im Gebiet der Iller-Lech-Schotterplatten im Vordergrund. Das Projekt umfasse die Landkreise Unter- und Ostallgäu sowie die Stadt Kaufbeuren und bilde damit einen Schwerpunkt im Regierungsbezirk Schwaben. Eine Halbtagsstelle soll hierfür geschaffen werden. Die Planungskosten belaufen sich auf rund 60000 Euro. 90 Prozent davon übernehme die Regierung von Schwaben, die BN-Kreisgruppe Landkreis Ostallgäu habe 2000 Euro zugesagt. Die übrigen Kosten übernehme die Kreisgruppe Unterallgäu, erläuterte der Biologe.

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