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Verbreitung von Cochlearia bavarica

Das Bayerische Löffelkraut ist in Bayern endemisch, d. h. in seinem Vorkommen auf den Moränengürtel des Alpenvorlandes beschränkt. Derzeit sind lediglich 22 Vorkommen (z. T. Metapopulationen) weltweit bekannt.

Das Bayerische Löffelkraut besiedelt zwei getrennte, voneinander unabhängige Teilareale in Bayern: Eines in Oberbayern, südöstlich von München im Moränengebiet des Inn-Chiemsee-Gletschers, das andere im nördlichen Allgäu. Die Pflanzen beider Teilareale zeichnen sich durch eine arealspezifische Ausstattung ihrer Gene aus. Sie stellen somit ein aktuell beobachtbares Beispiel für evolutive Prozesse dar.

Wegen des geringen Reproduktionserfolgs haben Populationen mit weniger als 100 blühenden Individuen nur eine geringe Überlebenschance.

Bestandssituation in Schwaben

Verbreitungskarte Schwaben

Der in Schwaben liegende Standort "Katzbrui" nimmt eine Sonderstellung ein, da es sich um den Ort der Erstbeschreibung (= locus classicus) dieser Art handelt. Erst relativ spät, nämlich im Jahre 1984 wurde das Bayerische Löffelkraut von Herrn Robert Vogt in seiner Diplomarbeit erstmalig als eigenständige Art erkannt und beschrieben. Da hier der Typus der Art vorkommt, besitzt der Wuchsort "Katzbrui" einen besonderen Erhaltungswert.

14 Wuchsorte mit 84 Teilwuchsorten, davon

  • 3 Teilwuchsorte mit mehr als 10.000 Exemplaren
  • 9 Teilwuchsorte mit 1.000 – 10.000 Exemplaren
  • 72 Teilwuchsorte mit weniger als 1.000 Exemplaren

In den letzten 15 Jahren sind 25 Teilwuchsorte erloschen!

 

 

Bestandssituation in Oberbayern

Verbreitungskarte Oberbayern (laut ASK, Stand 2011)

Acht ökologisch sehr hochwertige Wuchsorte des Bayerischen Löffelkrauts liegen in Oberbayern. 15 der oberbayerischen Teilpopulationen befinden sich in einem sehr instabilen Zustand und sind dringend auf Erhaltungsmaßnahmen angewiesen, weitere vier Teilwuchsorte können nur mit geeigneten Pflegemaßnahmen längerfristig erhalten werden.

8 Wuchsorte mit insgesamt 91 Teilwuchsorten (laut ASK). Nur von 38 Teilwuchsorten liegen aktuelle Daten vor:

  • 4 Teilwuchsorte mit 1.000 - 10.000 Exemplaren
  • 34 Teilwuchsorte mit weniger als 1.000 Exemplaren

Für den überwiegenden Teil der Teilpopulationen lag zum Projektbeginn seit über 10 Jahren kein Nachweis mehr vor.